Stromberg blickt auf eine faszinierende burgenkundliche Geschichte zurück. Entdecken Sie die drei historischen Wehranlagen, die das Stadtbild und die Region über Jahrhunderte geprägt haben – von der Wiege des Adels auf dem Pfarrköpfchen bis hin zum heutigen Wahrzeichen.
Die Stromburg auf dem Schlossberg

Die Stromburg ist das unverkennbare Wahrzeichen der Stadt Stromberg und der gesamten Region. Auf einem mächtigen Bergsporn gelegen, galt sie mit ihren ausgedehnten Zwingermauern, dem runden Bergfried und den Wehrtürmen einst als eine der stärksten Burganlagen im Nahe- und Hunsrückraum.
- Geschichte: Nach einer Burgenverlagerung (wahrscheinlich gegen Ende des 12 Jh.) wird sie erstmals 1242 erwähnt und diente den Wittelsbacher Pfalzgrafen und späteren Kurfürsten von der Pfalz als Sitz des Amtes Stromberg.
- Zerstörung & Wiederaufbau: Nach der Zerstörung im Reunionskrieg (1689) durch französische Truppen verfiel die Anlage zur Ruine. Ende der 1970er-Jahre wurden Bergfried und Torturm restauriert und als Hotel-Restaurant betrieben.
- Besonderheiten: Der mit Zeltdach rund 40 Meter hohe Bergfried prägt bis heute die Silhouette der Stadt. Der mächtige Palas mit seinen Ecktürmchen aus dem 14. Jh. zeugt von der Bedeutung der Burg, die einst auch Aufenthaltsort von König und Pfalzgraf Rupprecht III. war.
Die Alte Stromburg auf dem Pfarrköpfchen

Für die Burgenforschung ist die Alte Stromburg auf dem Pfarrköpfchen ein echter Glücksfall. Da die Anlage bereits um 1200 aufgegeben wurde, blieben die hochmittelalterlichen Grundmauern ohne spätere Überbauungen für die Nachwelt erhalten.
- Geschichte: Die Gründung geht auf die Salierzeit im 11. Jahrhundert zurück und steht im Zusammenhang mit Graf Bertold von Stromburg (erste Erwähnungen ab 1056/1090). Um 1200 erfolgte die systematische Aufgabe zugunsten des strategisch günstigeren Schlossbergs.
- Archäologischer Fund: Bei Grabungen in den 1980er-Jahren wurden die Reste eines mächtigen „Festen Hauses“ freigelegt. Die wehrhafte, ins Gebäude integrierte Spitze gilt als eines der frühesten Beispiele dieser Verteidigungsarchitektur überhaupt.
- Besonderheit: Aufwendig gestaltete Reste einer Vierstützen-Doppelkapelle und ein geborgenes, wertvolles Rosettenmosaik unterstreichen die hohe Stellung der einstigen Burgbewohner.
Engagement & Geschichte hautnah erleben
Die Burgpaten von Stromberg haben das Ziel, die Geschichte ihrer Heimat und insbesondere der Stromberger Burgen zu erforschen. Zu ihren Hauptaktivitäten zählen die historische Forschung, die Pflege und Instandhaltung sowie die Wiederbelebung der Alten Stromburg. Zu Ihren Aktivitäten gehören aber auch die wertvolle, geschichtliche Recherche zu allen Burgen – Ihnen sind die Einzelflyer zu allen Burgen zu verdanken.
Ausgrabungsfunde wie das faszinierende Rosettenmosaik der Alten Stromburg können zudem im liebevoll gestalteten Heimatmuseum der Stadt Stromberg besichtigt werden.
- Mehr über die ehrenamtliche Arbeit: Besuchen Sie auch die Webseiten der Burgpaten Stromberg.
- Öffnungszeiten & Einblicke: Informationen zum Heimatmuseum Stromberg und seinen Ausstellungsstücken.
Die Burg Gollenfels

Das Kurioseste an der dritten, gut sichtbaren, Burg in Stromberg ist, dass sie nicht zu Stromberg gehört. Die Burganlage liegt in der Gemarkung der benachbarten Gemeinde Dörrebach. Auf einem steilen Felssporn am nordwestlichen Rand von Stromberg erhebt sich die Burg Gollenfels. Eigentlich Goldenfels, leitet sich ihr Name vom nahegelegenen Guldenbach ab, in dem einst Goldvorkommen vermutet wurden.
- Aufgabe & Schutz: Erstmals als Burg Gollenfels 1344 erwähnt, sicherte sie gemeinsam mit der Stromburg die Handelswege durch das Guldenbachtal und die Talsiedlung. Sie diente als kurpfälzisches Lehen und Adelssitz.
- Wiederaufbau als Gutshof: Nach der Zerstörung 1614 errichtete Hans Werner von Hammerstein 1619 die heutige Anlage (ohne jegliche Wehrarchitektur) unter Einbeziehung eines erhalten gebliebenen spätmittelalterlichen Wohnturms.
- Erlebnis vor Ort: Die Burg befindet sich heute in Privatbesitz. Über den Wanderweg „Stromberger Rittertour“ gelangt man zur Aussichtsterrasse vor der Burg mit dem historischen Gauvain-Denkmal (1833) und einem herrlichen Blick auf Stromberg.
Führungen
Führungen zu den Burgen können gerne über die Touristinformation Langenlonsheim-Stromberg vereinbart werden – per E‑Mail an touristinfo@vg-ls.de oder telefonisch unter 06724 274.