Stromberger Burgen im Überblick

Die Stromburg auf dem Schlossberg

Luftbildaufnahme der Stromburg in Stromberg (Copyright Thomas Malburg)

Die Strom­burg ist das unver­kenn­ba­re Wahr­zei­chen der Stadt Strom­berg und der gesam­ten Regi­on. Auf einem mäch­ti­gen Berg­sporn gele­gen, galt sie mit ihren aus­ge­dehn­ten Zwin­ger­mau­ern, dem run­den Berg­fried und den Wehr­tür­men einst als eine der stärks­ten Burg­an­la­gen im Nahe- und Huns­rück­raum.

  • Geschich­te: Nach einer Bur­gen­ver­la­ge­rung (wahr­schein­lich gegen Ende des 12 Jh.) wird sie erst­mals 1242 erwähnt und dien­te den Wit­tels­ba­cher Pfalz­gra­fen und spä­te­ren Kur­fürs­ten von der Pfalz als Sitz des Amtes Stromberg.
  • Zer­stö­rung & Wie­der­auf­bau: Nach der Zer­stö­rung im Reuni­ons­krieg (1689) durch fran­zö­si­sche Trup­pen ver­fiel die Anla­ge zur Rui­ne. Ende der 1970er-Jah­re wur­den Berg­fried und Tor­turm restau­riert und als Hotel-Restau­rant betrieben.
  • Beson­der­hei­ten: Der mit Zelt­dach rund 40 Meter hohe Berg­fried prägt bis heu­te die Sil­hou­et­te der Stadt. Der mäch­ti­ge Palas mit sei­nen Eck­türm­chen aus dem 14. Jh. zeugt von der Bedeu­tung der Burg, die einst auch Auf­ent­halts­ort von König und Pfalz­graf Rup­p­recht III. war.

Die Alte Stromburg auf dem Pfarrköpfchen

Luftbildaufnahme der Alten Stromburg in Stromberg (Copyright René Nolte)

Für die Bur­gen­for­schung ist die Alte Strom­burg auf dem Pfarr­köpf­chen ein ech­ter Glücks­fall. Da die Anla­ge bereits um 1200 auf­ge­ge­ben wur­de, blie­ben die hoch­mit­tel­al­ter­li­chen Grund­mau­ern ohne spä­te­re Über­bau­un­gen für die Nach­welt erhal­ten.

  • Geschich­te: Die Grün­dung geht auf die Sali­er­zeit im 11. Jahr­hun­dert zurück und steht im Zusam­men­hang mit Graf Ber­told von Strom­burg (ers­te Erwäh­nun­gen ab 1056/1090). Um 1200 erfolg­te die sys­te­ma­ti­sche Auf­ga­be zuguns­ten des stra­te­gisch güns­ti­ge­ren Schlossbergs.
  • Archäo­lo­gi­scher Fund: Bei Gra­bun­gen in den 1980er-Jah­ren wur­den die Res­te eines mäch­ti­gen „Fes­ten Hau­ses“ frei­ge­legt. Die wehr­haf­te, ins Gebäu­de inte­grier­te Spit­ze gilt als eines der frü­hes­ten Bei­spie­le die­ser Ver­tei­di­gungs­ar­chi­tek­tur überhaupt.
  • Beson­der­heit: Auf­wen­dig gestal­te­te Res­te einer Vier­stüt­zen-Dop­pel­ka­pel­le und ein gebor­ge­nes, wert­vol­les Roset­ten­mo­sa­ik unter­strei­chen die hohe Stel­lung der eins­ti­gen Burgbewohner.

Engagement & Geschichte hautnah erleben

Die Burg­pa­ten von Strom­berg haben das Ziel, die Geschich­te ihrer Hei­mat und ins­be­son­de­re der Strom­ber­ger Bur­gen zu erfor­schen. Zu ihren Haupt­ak­ti­vi­tä­ten zäh­len die his­to­ri­sche For­schung, die Pfle­ge und Instand­hal­tung sowie die Wie­der­be­le­bung der Alten Strom­burg. Zu Ihren Akti­vi­tä­ten gehö­ren aber auch die wert­vol­le, geschicht­li­che Recher­che zu allen Bur­gen – Ihnen sind die Ein­zel­fly­er zu allen Bur­gen zu verdanken.

Aus­gra­bungs­fun­de wie das fas­zi­nie­ren­de Roset­ten­mo­sa­ik der Alten Strom­burg kön­nen zudem im lie­be­voll gestal­te­ten Hei­mat­mu­se­um der Stadt Strom­berg besich­tigt werden.

Die Burg Gollenfels

Luftbildaufnahme der Burg Gollenfels in Stromberg (Copyright René Nolte)

Das Kurio­ses­te an der drit­ten, gut sicht­ba­ren, Burg in Strom­berg ist, dass sie nicht zu Strom­berg gehört. Die Burg­an­la­ge liegt in der Gemar­kung der benach­bar­ten Gemein­de Dör­re­bach. Auf einem stei­len Fels­sporn am nord­west­li­chen Rand von Strom­berg erhebt sich die Burg Gol­len­fels. Eigent­lich Gol­den­fels, lei­tet sich ihr Name vom nahe­ge­le­ge­nen Gul­den­bach ab, in dem einst Gold­vor­kom­men ver­mu­tet wurden.

  • Auf­ga­be & Schutz: Erst­mals als Burg Gol­len­fels 1344 erwähnt, sicher­te sie gemein­sam mit der Strom­burg die Han­dels­we­ge durch das Gul­den­bach­tal und die Tal­sied­lung. Sie dien­te als kur­pfäl­zi­sches Lehen und Adelssitz.
  • Wie­der­auf­bau als Guts­hof: Nach der Zer­stö­rung 1614 errich­te­te Hans Wer­ner von Ham­mer­stein 1619 die heu­ti­ge Anla­ge (ohne jeg­li­che Wehr­ar­chi­tek­tur) unter Ein­be­zie­hung eines erhal­ten geblie­be­nen spät­mit­tel­al­ter­li­chen Wohnturms.
  • Erleb­nis vor Ort: Die Burg befin­det sich heu­te in Pri­vat­be­sitz. Über den Wan­der­weg „Strom­ber­ger Rit­ter­tour“ gelangt man zur Aus­sichts­ter­ras­se vor der Burg mit dem his­to­ri­schen Gau­vain-Denk­mal (1833) und einem herr­li­chen Blick auf Stromberg.

Füh­run­gen zu den Bur­gen kön­nen ger­ne über die Tou­rist­infor­ma­ti­on Lan­gen­lons­heim-Strom­berg ver­ein­bart wer­den – per E‑Mail an touristinfo@vg-ls.de oder tele­fo­nisch unter 06724 274.